KINDER- UND JUGENDLICHEN-PSYCHOTHERAPIE
Zeitschrift für Psychoanalyse und Tiefenpsychologie

Die führende
Fachzeitschrift für
Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse

Aus dem Inhalt 

  • HANS HOPF

    Jungenängste – Mädchenängste

    Gemeinsamkeiten und Unterschiede

    Kleine Mädchen werden in unserer Gesellschaft früher und strenger als kleine Jungen zu Reinlichkeit und Ordentlichkeit erzogen. Sie erleben die Mütter darum auch als kontrollierender und eindringender als die Jungen. Mädchen entwickeln ein gefestigtes, aber auch strengeres Über-Ich. In der Folge entwickeln sie Ängste vor Liebesverlust und Probleme mit dem Selbstwert, dem Körperselbst und der Weiblichkeit. Diese ziehen Scham- und Schuldängste sowie langfristig eine Tendenz, den eigenen Körper abzulehnen, zu hassen und zu zerstören, nach sich.

    Jungen neigen dazu, reale Ängste zu verleugnen. Sie müssen sich von der Mutter entidentifizieren, denn sie fürchten die Verschmelzung mit ihr und den Verlust ihrer männlichen Identität. Hier haben die Inzestängste ihre Wurzeln. Gleichzeitig fühlen sie sich auch von anderen Objekten bedroht. Die zentrale Angst ist Kastrationsangst, die Existenz, Geschlechtsidentität und Vorstellungen von eigener Größe bedroht.

  • CHRISTINE ANZIEU-PREMMEREUR

    Eltern-Kind-Psychotherapie
    aus einer psychoanalytischen Perspektive

    Ein 14 Monate altes Kleinkind mit Trichotillomanie

    Probleme bei der Entwicklung und Festigung von Objektkonstanz mit der Folge eines schwachen Ichs bei einem kleinen Mädchen führten zu Körpersymptomen und aggressiven, selbst­be­ruhigen­den Aktivitäten. Der Fall dieses 14 Monate alten Kleinkindes, das sich heftig die Haare ausriss, wenn es allein gelassen wurde oder frustriert war, illustriert die Dynamik im Körper-Ich, wenn ein Kind von den Eltern nicht gehalten werden kann und zu wenig libidinöse Befriedigung bekommt. Die Eltern-Kind-Psychotherapie half dem Kind, zu spielen und Gefühle wie Ärger oder Trauer aus­zu­drücken, während die Eltern begannen, die Bedürfnisse ihres Kindes wahrzunehmen, die sie aufgrund ihrer eigenen Konflikte mit den Herkunftsfamilien geleugnet hatten.

  • BERND GRAMICH

    Die Behandlung von Essstörungen
    im stationären Setting

    Essstörungen stellen gravierende Krankheitsbilder in unterschiedlichster Ausprägung mit der Notwendigkeit aufwändiger ambulanter, teilstationärer oder stationärer Behandlungen dar. Die stationäre Behandlung Essgestörter erfordert Geduld, Kompetenz und Ausdauer aller Beteiligten (inklusive der Kostenträger), geht es doch sowohl um notwendige Veränderungen auf der Verhaltensebene als auch um die Erarbeitung und das Verständnis der zugrunde liegenden interpersonellen und intrapsychischen Konflikte und die nötigen seelischen Veränderungen, um anhaltende Heilung oder Verbesserung zu erreichen. Der häufig erforderliche klinische Behandlungsansatz verbindet verbale und nonverbale Therapieansätze unterschiedlicher Berufsgruppen in einem multiprofessionellen Setting.

    Spezielle stationäre und teilstationäre Behandlungsbestandteile werden bis heute häufig nur verhaltenstherapeutisch verstanden und eingeordnet. In der vorliegenden Arbeit sollen die unterschiedlichen stationären und teilstationären Therapiebestandteile unter psychodynamischer Betrachtungsweise und anhand kleiner Fallbeispiele dargestellt werden. Schwerpunkt der Darstellung sind die Bulimie und insbesondere die Anorexia nervosa.

  • LEITLINIE DER VAKJP

    DIETMAR BOROWSKI / THOMAS F. LEHMANN /
    ROSEMARIE SCHMITT-THATENHORST /
    ISABELL VISSER-ONDRACEK

    Schmerz

    Somatoforme Beschwerden und chronischer Schmerz
    im Kindes- und Jugendalter

    Diese Leitlinie Schmerz ist dem psychoanalytischen Theoriegebäude zugeordnet. Sie hat zum Gegenstand, psychosomatische Krankheitsphänomene zu betrachten, deren gemeinsamer Kern der enge Zusammenhang zwischen seelischen und körperlichen Prozessen darstellt. Es sollen Behandlungsvoraussetzungen, Rahmenbedingungen und psychoanalytische Interventionsmöglichkeiten beim chronischen Schmerz aufgezeigt werden.

  • FORUM

    KATRIN LUISE LAEZER / INKA TISCHER /
    BIRGIT GAERTNER / MARIANNE LEUZINGER-BOHLEBER

    Aufwendige Langzeitpsychotherapie
    und kostengünstige medikamentengestützte
    Verhaltenstherapie im Vergleich

    Ergebnisse einer gesundheitsökonomischen Analyse der Behandlungskosten
    von Kindern mit der Diagnose ADHS und Störung des Sozialverhaltens

    Im Anschluss an eine kontrollierte Studie zur Wirksamkeit psychoanalytischer Langzeitbehandlungen und verhaltenstherapeutisch/medikamentöser Behandlungen bei Kindern mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) und Störung des Sozialverhaltens wurde eine gesundheitsökonomische Nachuntersuchung durchgeführt, die sich ausschließlich auf Behandlungs- und Betreuungskosten konzentrierte.

    Die Kosten aller symptombezogenen Behandlungs- und Betreuungsinterventionen wurden in einer Teilstichprobe von 18 Kindern (»matched pairs« nach Alter, Geschlecht, Diagnose und IQ) aus beiden Behandlungsarmen für einen Zeitraum von durchschnittlich 41 Monaten untersucht. Zum Einsatz kam ein einschlägiger gesundheitsökonomischer Fragebogen, der im Elterninterview erhoben und durch Einsichtnahme in die Patientenakten und in andere Dokumente ergänzt wurde.

    Isoliert betrachtet erweist sich die psychoanalytische Behandlung zunächst als mehr als doppelt so teuer wie die verhaltenstherapeutisch/medikamentöse Behandlung. Werden in einem zweiten Schritt die zusätzlich notwendig gewordenen, symptombezogenen Interventionen (zusätzliche teilstationäre und stationäre Aufenthalte, zusätzliche ambulante Psychotherapie sowie zusätzliche sozialpädagogische Maßnahmen und Einzelfallhilfen) betrachtet, zeigen sich dagegen deutliche Unterschiede zugunsten der psychoanalytischen Behandlung. Die Kosten der zusätzlichen Maßnahmen der verhaltenstherapeutisch/medikamentösen Behandlungsgruppe überstiegen um das 23fache die Kosten der zusätzlichen Maßnahmen in der psychoanalytischen Behandlungsgruppe.

    Der häufig vorgebrachte Eindruck, dass psychoanalytische Langzeitbehandlungen höhere Behandlungskosten als verhaltenstherapeutisch/medikamentöse verursachten und nicht kosteneffektiv seien, erfährt eine deutliche Korrektur, sobald die zusätzlich zu den Therapien notwendig gewordenen symptombezogenen Interventionen bei den Behandlungskosten berücksichtigt werden.

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