KINDER- UND JUGENDLICHEN-PSYCHOTHERAPIE
Zeitschrift für Psychoanalyse und Tiefenpsychologie

Die führende
Fachzeitschrift für
Kinder- und Jugendlichen-Psychoanalyse

Aus dem Inhalt 

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  • JAKOB ERNE

    Continue on Being –
    Ein Versuch über Winnicott

    Nach einer kurzen Einführung und einem biografischen Abriss wird im vorliegenden Beitrag die theoretische Ausrichtung Winnicotts skizziert, auch im Kontext seiner Beziehung zum Werk Sigmund Freuds und zu Melanie Klein sowie der Entwicklung der Middle Group in London ab 1940.

    Detaillierter wird Winnicotts Entwicklungspsychologie beleuchtet, die sich fundamental vom analytischen Mainstream seiner Zeit unterscheidet: Wurden von Freud, Klein und auch Bion beispielsweise Frustration und Entbehrung als Entwicklungsmotoren benannt, so setzt Winnicott diesen die Entwicklung eines natürlichen Omnipotenzgefühls entgegen.

    Im zweiten Teil des Beitrags wird die Entwicklung von der absoluten Abhängigkeit zur relativen Autonomie beschrieben, ausgehend von Winnicotts Konzepten vom Übergangsobjekt und Intermediärem Raum. Der Beitrag schließt mit einer Fallvignette und einer kritischen Würdigung von Winnicotts Werk.

  • ROBERT LANGNICKEL / DAGMAR AMBASS / PIERRE-CARL LINK

    Père-version – mère-version:
    Überlegungen zur Vater- und
    Mutterfunktion bei getrennten Paaren
    im Kontext von Elternberatung

    In diesem Beitrag werden gesellschaftliche Veränderungen von Familien und damit einhergehende strukturelle Veränderungen in Familiengefügen sowie deren Auswirkungen auf die Kinder untersucht. Der Fokus liegt hierbei auf Kindern, deren Eltern sich getrennt haben.

    Genauer wird untersucht, welche Wirkungen die Vaterfunktion, aber auch die Mutterfunktion, auf die sozial-emotionale Entwicklung von Kindern in Trennungssituationen haben kann. Gerahmt wird die Analyse durch Überlegungen, welche Auswirkungen die Veränderungen der Familiensysteme auf die Beratung haben könnten und welche Aufgabe dieser in der Folge zukommt.

    Als Referenzrahmen dient im Wesentlichen die strukturale Psychoanalyse. Als Methode verwendet der Artikel Fallbeispiele sowie die strukturale psychoanalytische Hermeneutik.

  • GÜNTER REICH

    Psychoanalytische Familientherapie –
    eine Übersicht

    Die Entwicklung der psychoanalytischen Familientherapie aus der Psychoanalyse sowie Kernkonzepte, wie die transgenerationale Perspektive, bezogene Individuation, familiäre Aufträge, die Dynamik der Loyalitätsbindungen, neuere Entwicklungen und die Entwicklung der therapeutischen Beziehung werden skizziert, ebenso Indikationsfragen und mögliche Themen eines Familienerstgesprächs.

    Die Darstellung einer kombinierten Einzel- und Familienbehandlung einer Patientin mit Bulimie schließt den Beitrag ab. 

  • MICHAEL STASCH / JOHANNES C. EHRENTHAL
    HARALD FORKEL / YEŞIM REICHERT / NIELS SCHWINDT
    STEPHAN GINGELMAIER

    Eine Operationalisierte Psychodynamische
    Diagnostik (OPD) für Beziehungssysteme

    Werkstattbericht und Kasuistik

    Die psychodynamischen Diagnoseinstrumente OPD (für Erwachsene) und OPD-KJ (für Kinder und Jugendliche) sind in der aktuell vorliegenden, zweiten Version mittlerweile im Rahmen der Richtlinien-Psychotherapie gut etabliert. Insbesondere in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen stellt der Einbezug des familiären Bezugssystems aber eine besondere Herausforderung dar und oft fehlt es den psychodynamisch ausgebildeten Fachkräften an einem entsprechenden diagnostischen Modell.

    Diese Lücke soll durch die »OPD für Beziehungssysteme« geschlossen werden. Aktuell befindet sich dieses neue Instrument in Entwicklung. Die Achsen »Konflikt« und »Struktur« sind bereits ausgearbeitet und werden auf ihre klinische Anwendbarkeit hin geprüft. Dieser Beitrag soll als Werkstattbericht einen Einblick in Aufbau und Verwendung der OPD für Beziehungssysteme geben.

    Anhand einer Erstinterview-Kasuistik wird die Strukturdimension der familiären Kontroll- und Verantwortungsfunktion ausführlich vorgestellt und die Anwendung für die Behandlungsplanung und die klinisch relevante Kooperation zwischen den Beziehungssystemen Schule, Familie und ambulanter Psychotherapie illustriert. 

  • BRIGITTE THÜRINGER-DÜLSEN

    Aspekte transgenerationaler Weitergabe
    bei somatoformen Störungen

    Jugendliche mit somatoformen Störungen wachsen auffällig häufig bei Eltern auf, die ebenso wie sie unter dieser Störung leiden (vgl. Möller et al. 2005, S. 640–642). In ihrer Anamnese kann zudem auffällig häufig beobachtet werden, dass auch die Großelterngeneration schon von derselben Erkrankung betroffen war, was den ­Gedanken an eine transgenerationale Weitergabe nahelegt.

    Eine transgenerationale Weitergabe wird in der Literatur häufig mit Traumata assoziiert, welche von den Ahnen an die Folgegenerationen auf bio-sozialem und psychischem Weg »vererbt« werden. Aber nicht nur Traumata werden meiner Hypothese nach weitergegeben, sondern zudem die Art des Umgangs mit den Folgen dieser unverarbeiteten seelischen Tragödien.

    Dies beinhaltet, dass sich auch die Abwehr­mechanismen der Ahnen durch Generationen ziehen können, bis die Verarbeitung und die Integration dieser ungesagten Inhalte der tiefgreifenden Erschütterungen der Vorfahren von den Kindern, oft erst von Kindeskindern, mit rationalem und symbolischem Verstehen durchdrungen wird.

    Dies soll im Folgenden am Beispiel einer Patientin mit einer somatoformen Störung, die als transgenerational weitergegebener Abwehrmechanismus angesehen werden kann, verdeutlicht werden. Vorab werde ich auf die theoretischen Grundlagen sowie den aktuellen Forschungsstand der transgenerationalen Weitergabe und auf die psychodynamischen Aspekte somatoformer Störungen eingehen. 

  • MAHROKH CHARLIER

    Autorität und Postmigranten

    In Anlehnung an Arendts Artikel über »Was ist Autorität?« versucht die Autorin, den Autoritätsverfall des Mannes und der Väter aus den patriarchalisch-islamischen Gesellschaften in den europäischen Migrationsgesellschaften psychoanalytisch verstehbar zu machen. Die Divergenz zwischen einer nach Individualität gerichteten und der traditionsgerichteten Gesellschaften führt zum Verlust von Autorität, Tradition und Religion der Migranten und dadurch zu verheerenden psychischen Komplikationen. 

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